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The photography is a message. (Roland Barthes) It transforms the photographed environment into a sign or signal. With the selection of the person, place or thing to be photographed, codes are set and messages are formulated. The photograph not only shows or is the real as it is, but represents a thought. Thought is carried more or less to a character, while photography nevertheless remains the perfect analogue of reality. These signs, in turn, are interpreted differently and evoke different associations. Photography is a transmitter of messages and helps us to understand reality and to become aware of real circumstances. The independent, direct observation of the environment can sometimes not be summoned up immediately, while photography is a helper on this path.
Just as photography is outside of reality, the I, self or ego is “outside, in the world, it is a being of the world”1 and also like the ego of others. The ego and its consciousness is therefore constantly linked to its environment, other people and their perceptions. This leads to a constant comparison of levels of consciousness with the environment and not least with other people, opinions and views. This „transcendental consciousness“ itself, which in turn conceives our „empirical consciousness“, is unconsciously present here. Sartre takes a critical look at the Kantian epistemology and initially agrees with it, although by defining the transcendental ego as the ego’s constant companion, he consequently turns away from the Kantian theory. While Kant defines a pool of influences, Sartre defines the ego as consisting of the transcendental ego and the constant interactions with the environment and other opinions.
The „transcendental I“ is able to compare states and to form and change opinions. Sartre agrees with Husserl’s definition, which shows how, in turn, transcendental consciousness constitutes the world by imprisoning itself in empirical consciousness. The world as such and our perception of it can be changed through constant exchange and yet remains a product of „empirical consciousness“ in individual perception, despite the constant development of transcendental consciousness. The ego forms after the transcendental consciousness and therefore develops after constant exchange with the environment, while in turn influencing it. Consciousness always implies everything absolutely existing and does not exist itself, only the outside. The ego, like the world, is therefore a relatively existent, that is, a self-perceivable object for consciousness. An image of the individual self can therefore be changed in the same way as that of the world and is always an object of perception.
What Vilém Flusser calls “technical images” are generated by devices and determine the perception of the present and the future. „So the technical images absorb all history and form an eternally rotating memory of society“2. “Technical images are surfaces that act like dams,” because traditional images flow into them and are reproduced forever. They also take up scientific content and recode it from lines to situations and give them a “magical”3 character. In doing so, they do not re-comment on the content and create their own understanding of the issues; they take up the content instead of reproducing it and thereby create new perspectives. Technical images make hermetic content imaginable and function as universal social codes. In terms of their effect, the signs of photography seem to be on the same level of reality as their meaning, because what you see in them are apparently not symbols, but simple symptoms of the world. This symbolic and objective character of photography takes it away from the character of the image and turns it into a kind of window. A criticism would therefore not be directed at the photographic images, but rather at a worldview. However, the objectivity of the technical images is a deception and they represent themselves much more as abstract symbol complexes and are metacodes of complex connections. They create imaginations and reveal newly encoded concepts of the world that surrounds us.
1Sartre, Jean-Paul, “The Dance of the Ego – Philosophical Essays 1931 – 1939”, Rowohlt Verlag, Hamburg, 1982, p.39ff
2 Flusser, Vilém, „For a philosophy of photography“ European Photography, Göttingen, 1989, p.18
3 Ibid., p.18
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Die Fotografie ist eine Botschaft. (Roland Barthes) Sie transformiert die abgelichtete Umwelt in ein Zeichen oder Signal. Mit der Auswahl des Abzulichtenden werden Codes gesetzt und Mitteilungen formuliert. Die Fotografie zeigt oder ist nicht nur das Wirkliche wie es ist, sondern repräsentiert einen Gedanken. Der Gedanke wird mehr oder weniger bis zu einem Zeichen fortgeführt, während die Fotografie dennoch das perfekte Analogon der Wirklichkeit bleibt. Diese Zeichen wiederum werden unterschiedlich aufgefasst und rufen unterschiedliche Assoziationen hervor. Die Fotografie ist Übermittler von Botschaften und hilft uns die Wirklichkeit zu verstehen und reale Gegebenheiten bewusst werden zu lassen. Das eigenständige unmittelbare Beobachten der Umwelt kann manchmal nicht unmittelbar aufgebracht werden, während die Fotografie ein Helfer auf diesem Weg ist.
Ebenso wie die Fotografie außerhalb der Wirklichkeit angesiedelt ist, ist das Ich, Selbst oder Ego „außerhalb, in der Welt, es ist ein Sein der Welt“1 und zudem wie das Ego anderer. Das Ich und das Bewusstsein desselben ist daher ständig verknüpft mit seiner Umwelt, anderen Menschen und deren Wahrnehmungen. Hierdurch kommt es zu einem ständigen Abgleich von Bewusstseinsständen mit der Umwelt und nicht zuletzt mit anderen Menschen, Meinungen und Ansichten. Dieses „transzendentale Bewusstsein“ selbst, welches unser „empirisches Bewusstsein“ wiederum konzipiert ist hierbei unbewusst vorhanden. Sartre setzt sich kritisch mit der kantischen Erkenntnistheorie auseinander und schließt sich zunächst hieran an, obwohl er durch die Bestimmung des transzendentalen Ich, als ständigem Begleiter des Ich eine konsequente Abkehr von der kantischen Theorie vollzieht. Während Kant einen Pool von Einflüssen definiert, bestimmt Sartre das Ich als bestehend aus dem transzendentalen Ich und den ständigen Wechselwirkungen mit der Umwelt und anderen Meinungen.
Das „transzendentale Ich“ ist in der Lage Zustände abzugleichen und ein Meinungsbild zu formen und zu verändern. Sartre schließt sich der Definition Husserls an, der zeigt wie wiederum das transzendentale Bewusstsein die Welt konstituiert, indem es sich im empirischen Bewusstsein gefangen hält. Die Welt als solche und unsere Wahrnehmung dieser kann durch den ständigen Austausch verändert werden und bleibt dennoch in der individuellen Wahrnehmung, trotz der ständigen Entwicklung des transzendentalen Bewusstseins ein Produkt des „empirischen Bewusstseins“. Das Ich formt sich nach dem transzendentalen Bewusstsein und entwickelt sich daher nach dem ständigen Austausch mit der Umwelt, während es wiederum seinerseits Einfluss auf diese nimmt. Das Bewusstsein impliziert stets alles absolut existierende und existiert hierbei selbst nicht, sondern nur das Außen. Das Ich ist daher wie die Welt ein relativ existierendes, das heißt ein selbst wahrnehmbares Objekt für das Bewusstsein. Ein Bild über das individuelle Selbst kann daher ebenso gewandelt werden, wie das über die Welt und ist stets Erfahrungsgegenstand der Wahrnehmung.
Die von Vilém Flusser sogenannten „technischen Bilder“ werden von Apparaten erzeugt und bestimmen die Wahrnehmung der Gegenwart und der Zukunft. „So saugen die technischen Bilder alle Geschichte in sich auf und bilden ein ewig sich drehendes Gedächtnis der Gesellschaft“2. „Technische Bilder sind Flächen, die wie Staudämme wirken“, denn traditionelle Bilder fließen in sie ein und werden ewig reproduziert. Ebenso greifen sie wissenschaftliche Inhalte auf und codieren sie um von Zeilen zu Situationen und geben ihnen einen „magischen“3 Charakter. Hierbei übernehmen Sie Inhalte nicht umkommentiert und schaffen ein eigenes Verständnis der Sachverhalte, sie greifen auf, anstatt zu reproduzieren und schaffen hierbei neue Sichtweisen. Technische Bilder machen hermetische Inhalte vorstellbar und funktionieren hierbei selbst als universelle gesellschaftliche Codes. Von ihrer Wirkungsweise her scheinen die Zeichen der Fotografie auf der gleichen Wirklichkeitsebene zu liegen, wie ihre Bedeutung, denn was man auf ihr sieht sind anscheinend keine Symbole, sondern schlichte Symptome der Welt. Diese umsymbolische und objektive Charakter der Fotografie führt sie vom Charakter des Bildes weg und macht sie zu einer Art Fenster. Eine Kritik gälte daher nicht den fotografischen Bildern, sondern einer Weltanschauung. Die Objektivität der technischen Bilder ist jedoch eine Täuschung und sie stellen sich vielmehr als abstrakte Symbolkomplexe dar und sind Metacodes komplexer Zusammenhänge. Sie stellen Imaginationen her und offenbaren neuartig verschlüsselte Begriffe der Welt, die uns umgibt.
1Sartre, Jean-Paul, „Die Tanszendenz des Ego – Philosophische Essays 1931 – 1939“, Rowohlt Verlag, Hamburg, 1982, S.39ff
2 Flusser, Vilém, „Für eine Philosophie der Fotografie“ European Photography, Göttingen, 1989, S.18
3 Ebd., S.18

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analogue double/ multi exposure, 2023