No Frame

„No Frame“, Installation, div. materials, 2016, in: Groupexhibition: „Ein Versuch sich zu einigen“, 01.08 – 03.09.2016, Hase 29, Osnabrück

No Frame

The room installation „no frame“ consists of a vertical light source in the middle of the room. However, the diffuse violet shimmer does not enlighten the space, but exists for itself. Like a star, the object always shines only to illuminate itself and make it visible. The surrounding space is jet black and does not even hint at its limits. The space as a panorama frame does not exist, so that the luminous object is frameless and exists in the infinite blackness, like a universe.

„Von dieser Situation (der Nacht) […] können wir festhalten, dass sie eine Art Erfahrung darstellt, in der Entzug (des Sichtbaren) auf völlig unerwartete Weise (wie ein Symptom) eine (visuelle) Dialektik auslöst, die über ihn (den Anwesenden) hinausgeht, ihn aufhebt und impliziert. Wenn wir die Nacht als grenzenlos erfahren, wird sie schlechthin zu jenem Ort, an dem wir stets vollkommen und mittendrin sind, wo auch immer im Raum wir uns befinden. Wenn wir die Nacht als etwas erfahren wo alle Objekte entschwinden und ihre sichtbare Stabilität verlieren, zeigt sie uns die Bedeutung der Objekte und ihre wesentliche Zerbrechlichkeit auf, das heißt ihre Bestimmung für uns verloren zu sein, selbst wenn sie uns am nächsten sind.“ Georges Didi-Huberman, „Was wir sehen blickt uns an“, 1999, S.83

„Wenn zum Beispiel die Welt klarer wohl artikulierter Dinge sich auflöst, so zeichnet unser seiner Welt beraubtes wahrnehmendes Sein eine Räumlichkeit ohne Dinge vor. Nichts anderes geschieht in der Nacht. Sie ist nicht ein Gegenstand mir gegenüber, sie umhüllt mich, sie durchdringt all meine Sinne, sie erstickt meine Erinnerungen, sie löscht beinahe meine persönliche Identität aus. Ich finde mich nicht mehr auf meinem Wahrnehmungsposten zurückgezogen, von dem aus ich auf Abstand die Profile der Gegenstände vorüberziehen sehe. […] als Ganze nur belebt sie sich, und sie ist reine Tiefe, ohne Vorder- und Hintergründe, ohne Oberflächen, ohne Abstand von ihr zu mir. Jeder Raum für die Reflexion ist getragen von einem Denken, das seine Teile verknüpft, doch dieses Denken vollzieht sich von nirgendwoher. Dahingegen Vereine ich mich mit dem nächtlichen Raum von seiner eigenen Mitte her. Die Angst von Neuropathen in der Nacht rührt daher, dass sie uns die Kontingenz spüren lässt, die schwebende und unermüdliche Bewegung, durch die wir uns in den Dingen zu übersteigen und zu verankern suchen, ohne dass wir jemals gewiss wären sie zu finden.“ Maurice Merleau-Ponty, „Phänomenologie der Wahrnehmung“, 1966, S.329